Überwachungskamera – die wichtigsten Bauarten

Seiteninhalte:

 

Wenn Sie sich für eine interessieren, weil Ihnen die seit Jahren ansteigenden Einbruchzahlen Sorge bereiten, sollten Sie sich einiges Hintergrundwissen zum Thema beschaffen. Zwar wurde kürzlich ein Bericht veröffentlicht, nachdem die Einbruchzahlen 2016 erstmals wieder leicht gesunken sind, doch die Zahlen sind immer noch extrem hoch. Daher ist die Überwachung des eigenen Grundstücks unbedingt empfehlenswert. Zu den wichtigsten Hintergrundinformationen gehört dabei die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Bauarten von Überwachungskameras.

Welche Bauarten der Überwachungskamera außen und innen gibt es?

Die Überwachungskameras unterscheiden sich grundsätzlich hinsichtlich ihres Einsatzzwecks und der Funktionen, die sie beinhalten. Zu den grundlegenden Bauarten gehören daher:

  • Überwachungskamera mit Wandarm/-halterung
  • Dome-/Speed-Dome-Kamera
  • PTZ-fähige Überwachungskamera
  • Minikamera

Überwachungskamera mit Wandarm oder Wandhalterung

Überwachungskameras mit Wandarm oder –halterung sind meist gut sichtbar und finden sich vorwiegend auf öffentlichen Plätzen. Da diese Kameras so gut sichtbar sind, dienen sie vorrangig dem Ziel der Abschreckung. Aus diesem Grund sind Dummys und Kamera-Attrappen in diesem Bereich weit verbreitet. Wenn jedoch eine echte Outdoor Überwachungskamera mit Wandarm genutzt wird, verfügt sie in der Regel über eine starke Nachtsicht. Sie kann zudem als rechteckige oder zylindrisch geformte sowie als Dome-Kamera auftreten.

Überwachungskamera mit Wandarm als Attrappe

Wer sich aufgrund eines begrenzten Budgets für die Überwachungskamera mit Wandarm als Attrappe entscheidet, sollte auch hier ein paar grundlegende Dinge beachten. Andernfalls ist es für Einbrecher ein Leichtes, die Attrappe zu identifizieren. Hierbei greifen folgende grundlegende Auswahlkriterien:

  1. Gehäuse muss robust sein – eine billige Plastik-Alternative, womöglich noch mit Blinklicht ausgestattet, ist selbst für Gelegenheitsdiebe schnell als Attrappe enttarnt.
  2. Zwischen Kamera-Attrappe und Haus sollte ein Kabel verlegt werden. Zwar ist mittlerweile auch die WLAN Kamera Outdoor am Markt erhältlich, echter sieht jedoch eine Attrappe mit Kabel aus.
  3. Die Kamera-Attrappe sollte zudem feststehend installiert werden. Wenn sie sich dauernd hin und her bewegt, wird Dieben schnell klar, dass es sich lediglich um einen Fake handelt.
  4. Attrappe um echte Kamera ergänzen: Ideal ist es zudem, eine Kamera-Attrappe an einer gut sichtbaren Stelle zu positionieren, um die abschreckende Wirkung zu erzielen. Sie sollte aber dennoch mit einer echten Abus Überwachungskamera ergänzt werden. Diese zeichnet im Zweifel Bilder auf, doch die Attrappe kann von der echten ablenken.

Die Domekamera als Überwachungskamera

Zu den beliebtesten Bauformen bei Überwachungskameras gehört die Domekamera. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre Optik im Kugel-Design aus. Das Glas ist in der Regel rund und undurchsichtig. Für Sie hat dies den Vorteil, dass Diebe nicht erkennen können, welchen Bereich die Dome Kamera gerade abtastet.

Wofür eignen sich Domekameras?

Die Domekamera kann als Überwachungskamera außen und innen gleichermaßen eingesetzt werden. Für den Einsatz im Innenbereich wird sie meist mit einem Kunststoffgehäuse ummantelt. Im Außenbereich erfolgt eine Ummantelung mit einem Metall-Gehäuse. Ein bruchsicheres Material kommt als Gehäuse für die Domekamera in Betracht, wenn sie in einer Gegend eingesetzt werden soll, in der Vandalismus quasi an der Tagesordnung ist.

Domekamera auch nachtsichttauglich?

Die Domekamera bietet aufgrund ihrer speziellen Bauform nur wenig Platz für die Integration von LEDs. Daher ist sie der klassischen Nachtsicht Kamera qualitativ unterlegen. Selbst sehr gute Domekameras für den Außenbereich können lediglich zwölf LEDs aufnehmen, was für eine umfassende Nachtsicht nicht ausreicht.

Speed-Dome-Kamera als Alternative?

Neben der einfachen Domekamera gibt es die Speed-Dome-Kamera als Alternative. Sie ist ebenfalls mit einem Wandarm versehen und weist unter anderem Funktionen einer PTZ Kamera auf. Steuerpult und Joystick erlauben die individuelle Steuerung der Speed-Dome-Kamera. Die Bauform ist auch hier eher unauffällig, so dass Einbrecher selbst die Speed-Dome-Kamera mit Wandarm nicht so schnell entdecken, wie klassische Outdoor Überwachungskameras mit Wandarm.

Die PTZ Kamera

Eine weitere wichtige Bauform ist die PTZ Kamera. Das Kürzel PTZ steht dabei für Pan Tilt Zoom. Gemeint sind damit Kameras, die sich schwenken und neigen lassen. Außerdem weisen sie in der Regel eine Zoom-Funktion auf. Die Steuerung der PTZ Kamera erfolgt wahlweise automatisch oder über Fernsteuerung, etwa mit einer Überwachungskamera App. Die klassische PTZ Kamera lässt sich an der Wand ebenso wie an der Decke montieren. Allerdings ist eine Wandhalterung für die Montage notwendig, da die PTZ Kamera einen bestimmten Radius zum Neigen und Schwenken benötigt.

Wo liegen die Vorteile einer PTZ Kamera?

Die Vorteile der PTZ Kamera als Überwachungskamera liegen klar auf der Hand: Durch das Schwenken und Neigen der Kamera lassen sich wesentlich mehr Bereiche abtasten. Die Zoom-Funktion ermöglicht es, Objekte und Personen besser zu erkennen. Gleichzeitig kann ein Autofokus zugeschaltet werden. Hochwertige PTZ Überwachungskameras können zudem über eine Autotracking-Funktion verfügen. Das heißt, dass die Kamera dem Objekt, das sie gerade im Visier hat, automatisch folgt.

Varianten der PTZ Kamera

Die PTZ Kamera lässt sich zudem in verschiedene Varianten untergliedern. Zum einen findet sich am Markt die klassische PTZ Kamera, zum anderen die PTZ Dome Kamera, die auch als Speed-Dome-Kamera bekannt ist. Die klassische PTZ Kamera kann keinen 360 Grad Schwenk hinlegen, für die PTZ Dome Kamera sind der Schwenk um 360 Grad und eine Neigung bis zu 180 Grad aufgrund der kugelförmigen Bauform dagegen kein Problem.

Besonderheiten der PTZ Kamera

Die PTZ Kamera weist zudem einige Besonderheiten auf. Dazu zählen insbesondere die Funktionen

  • Preset,
  • E-Flip und
  • Auto-Flip

Als Preset werden die voreingestellten Bereiche bezeichnet. So können Hauseigentümer im Vorfeld einstellen, welche Bereiche zuerst und welche erst anschließend zu überwachen sind. In den meisten Fällen lassen sich bis zu 20 Presets bei modernen PTZ Kameras einstellen. So werden die voreingestellten Plätze etwa auf dem Grundstück nach und nach beobachtet.

E-Flip und Auto-Flip bei der PTZ Kamera

Der E-Flip sorgt dafür, dass Bilder nicht „Kopf stehen“. Läuft eine Person direkt unter der PTZ Kamera vorbei und wird weiter verfolgt, dreht die E-Flip Funktion das Bild automatisch um 180 Grad. Die Funktion Auto-Flip kommt bei klassischen PTZ Kameras zur Anwendung. Mit dieser Funktion lässt sich die mechanische Schwenk- und Drehsperre der Kamera umgehen. Nach 180 Grad wird automatisch in die andere Richtung umgeschwenkt, so dass wenigstens ansatzweise eine 360 Grad Drehung erreicht werden kann.

In welchen Fällen ist die PTZ Kamera die richtige Wahl?

Die PTZ Kamera eignet sich besonders gut als Überwachungskamera außen, wenn es darum geht, große und gut überschaubare Flächen zu überwachen. Hinderlich sind dagegen große Gegenstände, wie Bäume, die die Sicht versperren. Wird es nötig, Bilder von Objekten und/oder Personen heran zu zoomen, ist die PTZ Kamera ebenfalls die ideale Wahl, zumal sie bewegliche Objekte und Personen sogar verfolgen kann. Vor allem das Scannen sehr großer Bereiche eignet sich für den Einsatz der PTZ Kamera. Die Nachteile bei dieser Outdoor Überwachungskamera bestehen allerdings darin, dass die Schwenk- und Neigefunktionen dazu führen, dass Bereiche, die gerade nicht gescannt werden, unbeobachtet bleiben.

Mini Kamera als Überwachungskamera

Eine weitere Bauform der Überwachungskamera ist die Mini Kamera. Sie wird auch gerne als getarnte Kamera bezeichnet. Es handelt sich um sehr kleine Kameras mit Objektivöffnungen, die nur wenige Millimeter betragen. Der klassische Türspion gehört zu den häufigsten Einsatzbereichen. Ebenso wird die Mini Kamera im Bereich der Spionage eingesetzt. Auch ist diese Überwachungskamera mit Bewegungsmelder erhältlich. Eine gewisse Nachtsichtfähigkeit können selbst die Mini Kameras erreichen.

Wo lassen sich Mini Kameras einsetzen?

Mini Kameras sind so winzig, dass sie sich in ebenso kleinen Gegenständen verstecken lassen. Typische Beispiele dafür sind:

  • USB-Sticks,
  • Wecker,
  • Armbanduhren oder
  • Kugelschreiber, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die klassische Mini Kamera kommt als Funk Überwachungskamera oder als kabellose Netzwerkkamera in Betracht. Soll die Mini Kamera als Outdoor Überwachungskamera genutzt werden, ist ein entsprechender Wetterschutz erforderlich, wobei dieser bei einigen Modellen bereits von Haus aus mit an Bord ist.

Verdeckte oder getarnte Mini Kamera

Per Definition können Mini Kameras überall genutzt werden, eine verdeckte bzw. getarnte Mini Kamera muss jedoch in einem Gegenstand eingebaut sein. Hierbei handelt es sich dann um klassische Spionage Kameras. Sie sind so aufgebaut, dass das Kameramodul alleine nicht funktionstüchtig ist, sondern nur im Gegenstand eingebaut einwandfrei funktioniert. Alternativ dazu gibt es auch Mini Kameras, die zwar in Gegenstände eingebaut werden können, aber auch ohne diese funktionieren. Die Mini Kamera kann auch zur Dauerüberwachung eingesetzt werden. Dann muss sie allerdings als Überwachungskamera mit Bewegungsmelder und/oder Geräuschaktivierung daherkommen.

Überwachungskamera mit Aufzeichnung

Zwar nicht zu den Bauformen an sich, aber doch zu den wichtigsten Funktionsweisen von Überwachungskameras gehört die Aufzeichnungsfunktion. Generell werden die meisten Netzwerkkameras, PAL- und SDI-Kameras sowie die Empfänger von Funk Überwachungskameras dafür an einen Langzeitrekorder angeschlossen. Dieser übernimmt dann die Aufzeichnung der Bilder. Professionelle Videoüberwachungsanlagen zur kompletten Heimüberwachung sind mit Langzeitrekordern verbunden, die die Aufnahmen von einer bis zu 32 Kameras aufzeichnen können.

Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Festplatte

Der Vorteil dieser Methode im Vergleich zu Kameras mit Speicher besteht darin, dass die Bilder mehrerer Kameras zentral aufgezeichnet und bei Bedarf live angesehen werden können. Die Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Festplatte bietet zudem einen deutlich höheren Speicherplatz als klassische Speicherkarten. Sollte die Festplatte einmal voll sein, werden die ältesten Aufzeichnungen überschrieben, um so Platz für die neueren Bilder zu schaffen. Bei modernen Kameras zur Videoüberwachung Haustür oder Eingangsbereich sind sogar Datenschutzfunktionen enthalten. Sie bieten die Möglichkeit, die Aufnahmen nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne, etwa nach zehn oder 30 Tagen, automatisch zu löschen. Damit lassen sich die Systeme auch in Unternehmen einsetzen und an die Vorgaben des Betriebsrates anpassen.

Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Festplatte – weitere Vorteile

Die Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Festplatte bietet zusätzlich weitere Vorteile: So kann durch den Netzwerkanschluss auch der parallele Zugriff über das Netzwerk und Internet realisiert werden. Ob mittels Windows, Mac, Smartphone oder Tablet – der Zugriff ist vielfältig möglich. Die Livebilder der Outdoor Überwachungskamera können dabei ebenso angesehen werden, wie ältere Aufzeichnungen.

Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Speicherkarte

Alternativ zur Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Festplatte gibt es die Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Speicherkarten. Diese sind in die Kameras selbst integriert. Dabei handelt es sich um einen integrierten SD-Recorder, der in der Überwachungskamera vorkommt. Dieser kann alternativ auch im Empfänger der Funk Überwachungskamera zu finden sein. Der Vorteil bei dieser Variante besteht darin, dass kein zusätzliches Gerät nötig wird, was an das gesamte Überwachungssystem angeschlossen werden muss.

Die wichtigsten Vor- und Nachteile der Überwachungskameras mit Speicherkarte

Vorteil bei dieser Methode ist zudem, dass die Aufzeichnungen der Kameras dezentral und ohne zusätzliche Infrastruktur realisiert werden können. Allerdings müssen die Filme zur Auswertung angesehen werden und dafür muss die in der Kamera integrierte SD-Karte herausgenommen werden. Wird keine neue Karte eingesteckt, sind ab diesem Zeitpunkt also keine weiteren Aufzeichnungen mehr möglich. Die SD-Karten können zwischen vier und 32 GB Speicherplatz bieten, je nach Kameramodell. Die Speicherkarten mit bis zu 32 GB Speicherplatz werden allerdings regelmäßig nur von hochwertigen und preisintensiveren Überwachungskameras unterstützt.

Was sollte eine Überwachungskamera mit Speicherkarte noch können?

Die Überwachungskamera mit Speicherkarte sollte in jedem Fall mit einem Ringspeicher versehen sein. Dabei handelt es sich um eine Endlos-Aufnahme-Funktion. Das heißt, dass auch hier die ältesten Aufnahmen gelöscht werden, wenn die SD-Karte voll ist.

Welchen Langzeitrekorder sollte ich nutzen?

Für die Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Festplatte werden spezielle Langzeitrekorder genutzt. Seit einiger Zeit sind hier vor allem die Langzeitrekorder für Netzwerkkameras, kurz NVR, sehr beliebt. Der Vorteil ist, dass sie herstellerübergreifend eingesetzt werden können. Die allermeisten Kameras Outdoor und Indoor werden unterstützt. Zudem kann sich seit geraumer Zeit der Onvif- und RSTP-Standard für Netzwerkkameras und NVR am Markt etablieren. Dadurch können alle Onvif-Kameras mit allen Onvif-NVR harmonieren und zusammenarbeiten.

Überwachungskamera mit Bewegungsmelder

Generell sollte auch bei den IP Kameras darauf geachtet werden, dass sie mit einem Bewegungsmelder ausgestattet sind. Dieser sorgt dafür, dass die Kameras nicht dauerhaft aufzeichnen, sondern erst, wenn eine Bewegung erkannt wird. Hierbei ist es wichtig, dass ein Vor- und Nachalarm realisiert werden kann. Das heißt, dass die Kamera mit der Aufzeichnung bereits einige Sekunden vor Erfassen der Bewegung beginnt und erst einige Sekunden nach der Bewegungserfassung die Aufzeichnung wieder einstellt. Wichtig ist hierbei immer, dass der passende NVR oder die passende Software zur Kamera genutzt wird. Nur mit diesen können wirklich durchgängige Aufzeichnungen realisiert werden.

Welche Überwachungskamera ist die Richtige?

Anhand dieser Daten lässt sich sagen, es gibt nicht die einzig richtige Überwachungskamera für Jedermann. Wichtig ist, dass die Kamera den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Eine Mini Kamera kann in öffentlichen Gebäuden sinnvoll sein, wird privat aber kaum eingesetzt werden. Die Dome Kamera bietet eine Rundumsicht und moderne Überwachungskameras mit Aufzeichnung auf Festplatte liefern gerichtsverwertbare Beweise.

* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten